ADAM ARCURAGI

 

I AM BECOME BOY
CD-Kritik
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Vitaminreiche Musikkost

Adam Arcuragi ist vielleicht ein Nostalgiker. Er träumt von Varieté-Shows in Kirchen und Museen an vergessenen Orten, er liebt Musik auf Vinyl-Platten und Audiokassetten. Hungrig lernte er als Jugendlicher ein Instrument nach dem anderen, und auf seine Musiklehrer hält er große Stücke.
Heute ist er selbst Pädagoge, aber eben auch ein Singer/Songwriter mit großem Potential. Dabei ist es gerade seine Verwurzelung in der handgemachten Musik, die ihn zu einem Hoffnungsträger der aktuellen Singer/Songwriter-Szene macht. Mit seinem Album "I am become joy" ist Adam Arcuragi jetzt auch auf Tour. Diesmal allerdings noch in gewöhnlichen Konzerthallen und Clubs.

1

Kommen Sie aus einem Elternhaus mit Klavier?


Ja, wir hatten ein Klavier, es war mein erstes Instrument. Ich wünschte, ich wäre dabei geblieben. Meinem jüngeren Bruder Christopher rate, er solle nie aufhören Klavier zu spielen - und wenn er Schlagzeug lernt, soll er auch das niemals aufgeben.

2

Welche Erinnerung haben Sie an den Musikunterricht in der Schule?


Ich habe so viele Erinnerungen. Vom Klavier wechselte ich erst zum Cello, dann zum Saxophon und anschließend zur Gitarre. Danach, in der High School, sang ich im Chor. Über all die Jahre hatte ich so viele verschiedene Lehrer, mich hinzusetzen und sie alle zu zählen, würde einfach zu lange dauern.
Man kann von einem Musiklehrer so viel über sich selbst und seinen Platz in der Welt lernen.

3

Was singen Sie unter der Dusche?


Ich habe verschiedene "Warm up"-Songs. Die klingen einfach unter dem laufenden Wasserstrahl und dem Hall der Badezimmerkacheln am besten! In keiner bestimmten Reihenfolge:
- "Lover you should have come over" (John Buckley)
- "Honky Tonk Girl" (Loretta Lynn)
- "You love to fail" (The Magnetic Fields)
und jeder Song von The Stone Roses und egal welcher R&R Super Hit, der gerade die Charts stürmt.

4

Welches war die erste Platte/CD, die Sie gekauft haben?

Die erste Platte, die ich mir selbst kaufte, war die erste Ride-EP: "Smile". Die allererste CD, die ich damals geschenkt bekam, war "A hard day's night" von den Beatles und "Please Hammer don't hurt 'em" von MC Hammer.

5

Und welches ist die peinlichste Platte, die Sie je gekauft haben?

Ich muss zugeben, dass ein Album, das ich vor langer, langer, langer Zeit kaufte, bei dem ich mich heute vor Grauen schütteln muss, das erste Nelsons-Album (die Zwillingssöhne von Ricky Nelson) war: "After the rain". Ich war sehr jung!

6

Sie sind mit Freunden in einer Karaoke-Bar gelandet. Welches Lied singen Sie?

Um ehrlich zu sein: Tatsächlich habe ich schon ein paar Mal Karaoke gesungen. Ich liebe es, zu Frank Sinatra und Sam Cook zu singen. Also "Lady is a tramp" oder "Bring it on home to me". Sehr laut!

7

Welche Musik legen Sie an einem romantischen Abend zu zweit auf?


Sam Cooke oder ein stimmungsvolles Motown-Album. Wenn die Person, mit der du den Abend verbringst, besonders romantisch ist, dann ist das erste Mazzy Star-Album die erste Wahl. Es heißt "She hangs brightly". Ich kann die Platte wieder und wieder hören.

8

Welcher Song bringt Sie auf jeden Fall auf die Tanzfläche?


Wenn ich auswählen könnte, dann ein Stück aus irgendeinem Belle & Sebastian-Album, gefolgt von den tanzbareren Nummern von The Jesus and Mary Chain - und dann würde ich das Ding nach Hause bringen mit einem Mix aus Stax/Motown-Stücken, bis ich am Ende der Nacht total erschöpft wäre.

9

Waren Sie je in der Oper?


Ich war nur ein einziges Mal in der Oper. Es war eine College-Produktion von ... oh nein, das ist jetzt zu peinlich ... ich weiß nicht mehr, was es war. Jedenfalls liebe ich die Oper.

10

An welchem Ort würden Sie selbst gern einmal auftreten?


Ich spiele gern überall, wo Verstärker nicht notwendig sind. Also in Kirchen, Bibliotheken oder Museen. Ich würde so gern mal eine Tournee machen, auf der ich weltweit nur in Kirchen, Bibliotheken und Museen auftrete. Ich würde eine altmodische Varieté-Show zusammenstellen und vor allem versuchen, dafür die kleinen, vergessenen Orte vergangener Zeiten zu finden.

11

Welchen Musiker würden Sie gern einmal treffen?


Dafür habe ich eine Liste. Ich will euch nicht mit der ganzen Aufzählung langweilen. Aber hier sind die Top 5, die ich im Kopf habe:
Bob Dylan
Stuart Murdock
Neko Case
Loretta Lynn
Willie Nelson

12

Auf welche Art wird man in 20 Jahren Ihre Musik kaufen bzw. hören?


Das weiß ich nicht - ich bin kein Jules Verne. Jedenfalls freue ich mich, dass Tapes und Vinyl-Platten zurückkommen. Kleinere Labels wie "Roll over rover" in Kalifornien veröffentlichen ausschließlich Tapes! Labels wie "High two" und andere Indie-Labels in den USA veröffentlichen limitierte Vinyl-Ausgaben. Amoeba und andere Independent-Plattenhändler verkaufen Plattenspieler.

Solche Formate liebe ich. Sie verringern die Entfernung zwischen der Quelle und dem Hörer. Musik ist pure Energie, die durch ein Medium (die Luft) übertragen wird. Wenn man die Erscheinungform der Wellen beibehält (Magnetwellen sind die gleichen Wellenformen wie die Grooves auf einem Album), dann bewahrt man so ihren ursprünglichen Charakter. Im Gegensatz zu der Übersetzung der Welle in einen binären Code und dann zurück ... je weniger es kocht, umso mehr Vitamine bleiben erhalten ... versteht ihr?


CD-Kritik.de "O-Ton" verwendet Teile des Fragebogens der Rubrik "Finale" des dänischen Musikmagazins GAFFA (www.gaffa.dk).
Wir danken der Redaktion von gaffa für die freundliche Genehmigung der Adaption.
Mange tak for tilladelse!

Weitere O-Töne (in der Reihenfolge der Veröffentlichung):

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