NIKKO WEIDEMANN

 

NIKKO WEIDEMANN
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"Mono ist größer!"

Dreißig Jahre nach seinen Anfängen in der frühen Phase der Neuen Deutschen Welle hat Nikko Weidemann zur deutschen Sprache zurückgefunden. "Schöne Schmerzen" ist zudem das erste Album unter eigenem Namen überhaupt - wir erleben die späte Geburt eines Songwriters und Rockmusikers - aktuell auch auf großer Tour. Ob es, wie er hofft, irgendwann auch für einen ausverkauften Waldbühnenauftritt reicht, wird sich zeigen. Aber warum eigentlich nicht?

1

Kommen Sie aus einem Elternhaus mit Klavier?


Ja. Meine Mutter spielt bis heute Chopin und russische Weisen auf dem Bechstein ihrer Schwiegermutter. Ich wurde sozusagen auf dem Instrument geboren. Sobald ich mich daran hochziehen konnte, ging es los.

2

Welche Erinnerung haben Sie an den Musikunterricht in der Schule?


Als ich 13 wurde, zogen wir um. In der neuen Schule sollte ich was vorspielen. Der Musiklehrer Clarenbach wurde rot, als ich meine Version von Deep Purples "Lazy" vortrug.

3

Was singen Sie unter der Dusche?

Wenn, dann Sachen wie "Low Rider" von WAR.

4

Welches war die erste Platte/CD, die Sie gekauft haben?


"Mendocino", die deutsche Version von Michael Holm. Letztes Jahr traf ich die Band, die das einspielte. Das war Deutschlands erste Indie-Band, die Magics. Sie klangen damals schon wie heute Vampire Weekend. Diese total geile, etwas unbeholfen-unfreiwillige Komik des Rumpel-Schlagzeugs! Dazu die Farfisa-Orgel, oder eine Vox Continental. Jedenfalls bis heute ein kultiges Stück Popmusik, Lichtjahre besser als die Schlagergrütze im Rest der ZDF-Hitparade und auch besser als das Original von Doug Sahm, finde ich. .

5

Und welches ist die peinlichste Platte, die Sie je gekauft haben?


Eyeless in Gaza. Habe ich mir 1981 vom "Zensor" Burkhardt Seiler in seinem Westberliner Tempel der Post Punk Hipness, dem Zensor Plattenladen aufschwatzen lassen. Ich wollte unbedingt cool sein, dabei wusste ich eigentlich schon damals, dass ich diese Platte eher NIE leiden können werde. So blöd ist man mit 20.

6

Sie sind mit Freunden in einer Karaoke-Bar gelandet. Welches Lied singen Sie?

Kommt ganz drauf an, sicherer Kandidat immer "Fools rush in" von Johnnie Mercer. Wenn sie das nicht haben, dann vielleicht "Merci Cherie" von Udo Jürgens. Oder etwas von Lützenkirchen, z.B. "Drei Tage wach".

7

Welche Musik legen Sie an einem romantischen Abend zu zweit auf?

Aretha Franklin, Ike & Tina, Sonny & Cher, Walker Bros, alles eher späte 60er. Gerne auch Mono-Aufnahmen, Phil Spector!! Mono ist einfach größer! Aber im Zweifelsfall haben Frauen den besseren Geschmack in sochen Situationen.

8

Welcher Song bringt Sie auf jeden Fall auf die Tanzfläche?

Der gute Shit aus meiner Jugend. "Nutbush City Limits" von Ike & Tina. "We're the Institute" Watsonian Institute. Ein Seitenprojekt des großen Johnny Guitar Watson aus den frühen 70ern. "Rock Lobster" oder "Planet Claire" von B52's geht auch.

9

Waren Sie je in der Oper?


Nee.

10

An welchem Ort würden Sie selbst gern einmal auftreten?

Mal wieder auf der Waldbühne in Berlin. Das erste Mal spielte ich dort 1983 mit dem 1. Futurologischen Congress zur SFB Rocknacht. Jetzt würde das Ding gerne gerne alleine ausverkaufen.

11

Welchen Musiker würden Sie gern einmal treffen?


Ich bin mit 17 Frank Zappa begegnet und habe ihm vorgespielt. Seitdem treffe ich ihn regelmäßig im Traum. Das reicht. Das Große an den Menschen erlebt man durch ihre Musik. Die Musik transzendiert das Physische, das ist ja gerade ihr Wesen. Ansonsten sind fast alle Menschen voller Unzulänglichkeiten, aber wen interessieren die schon?

12

Auf welche Art wird man in 20 Jahren Ihre Musik kaufen bzw. hören?


Wer Glück hat, von dessen Musik werden Unmengen von files im www herumgeistern. Legal und illegal. Dann, aber nur dann fällt vielleicht genug ab, dass ein performender Singer/Songwriter noch halbwegs von seiner Kunst und seinem Merch leben können wird.


CD-Kritik.de "O-Ton" verwendet Teile des Fragebogens der Rubrik "Finale" des dänischen Musikmagazins GAFFA (www.gaffa.dk).
Wir danken der Redaktion von gaffa für die freundliche Genehmigung der Adaption.
Mange tak for tilladelse!

Weitere O-Töne (in der Reihenfolge der Veröffentlichung):

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