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Ungewöhnlicher Kuss
Gast-Beitrag von Stephan Stöckel


Er hat schon fast alles ausprobiert zwischen fragilen Bluesballaden und fetten Hardcore-Breitseiten. Die Rede ist von Graham Coxon, Schön- und Freigeist der englischen Musikszene, der mal wieder mit einem neuen Album zuschlägt.

Das musikalische Spektrum, das der Blur-Gitarrist auf seinem Solowerk "The Kiss Of Morning" abdeckt, ist wie immer breitgefächert: Es reicht von ergreifendem Folk-Blues ("Bitter Tears") über traumhafte Folkballaden im Stile eines Bob Dylan ("Baby You're Out Of Mind") und melancholischen Country ("Mountain Of Regret") bis hin zu rüden Garagenrockexkursionen ("Do What You're Told To").

Ein Hang zum Schrägen, Simplen und Archaischen wird zum gemeinsamen Nenner, der sich wie ein roter Faden durch alle Songs zieht, und dem Album einen stimmigen Charakter verleiht.

Dabei treibt Coxon sein Spiel mit dem Grellen mitunter etwas auf die Spitze, wenn er beispielsweise in dem akustischen Midtempo-Stück "It Ain't No Lie" einen Schuss "Ozzy Heavy" in eine akustische Ballade gießt.

Ein außergewöhnlicher musikalischer Kuss, der einen zwar Morgens nicht aus den Federn bringt, aber in einer abendlichen Musestunde geistige Erbauung schenkt. Stephan Stöckel


"Graham Coxon: The kiss of morning"
ist ein Gast-Beitrag von Stephan Stöckel.
© Stephan Stöckel, Februar 2003
Was du wissen solltest, wenn du uns auch eine Gast-Kritik senden willst, erfährst du hier.

 

 

 

 

 

 

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