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Berlin meets Nashville
Gast-Kritik von Claudia Nentwich


In den letzten Jahren wurden wir förmlich überschwemmt von Musikern, die in den 80er Jahren erfolgreich waren und jetzt ein Comeback versuchen. Zu denen gehört Tom Cunningham eindeutig nicht. Er war immer aktiv, ein Rolling Stone, der mit seinem neuen Album beweist, dass er kein Moos angesetzt hat. „A Beautiful Lie“ liest sich wie das „Who is Who“ der Rockgeschichte, denn Tom Cunningham liebt Zitate, textlich als auch musikalisch. Doch bleibt es nicht beim Zitieren, denn er schafft es gekonnt diese Zitate in seinen eigenen Stil einzubinden, der sich musikalisch in allerbester Singer/Songwriter-Tradition zwischen Rock, Blues, Pop und (New) Country bewegt. Tom Cunningham zieht mit seinem 5. Album alle Register. Exzellente Texte, eingängige Melodien und Hooklines, abwechslungsreiche Harmonien und nicht zuletzt seine angenehme Stimme zeichnen dieses Album aus. Besonders erwähnenswert ist die zeitgemäß transparente Produktion.

Die Basic-Tracks wurden 2003 in Nashville aufgenommen, unterstützt von einer Reihe namhafter Kollegen. Fine Tuning und Overdubbs erfolgten in seinem Berliner Studio. Für den Background-Gesang standen ihm profilierte Gesangskolleginnen wie McKinley Black, Pamela Bethke und Kim Parent zur Seite. Der Titelsong „A Beautiful Lie“ und „Love You Again“ wurden von dem Wiener Hit-Producer Roland Hackl gemixt.

Mit einem Augenzwinkern reflektiert Tom Cunningham über das Leben und die Liebe in Gehörgänge umschmeichelnden Balladen und knackigen Rocksongs. Seine Stärke ist es, schweren Themen eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen und statt biographische Nabelschau zu halten, kleine Geschichten über verstrichene Gelegenheiten und wechselvolle Beziehungen zu schreiben, wie z.B. in „Love you again“ und dem Titelsong „A Beautiful Lie“ oder „Rough Mix“, das mit einer Verbeugung vor Louis Armstrongs „Let's Call The Whole Thing Off“ beginnt. Bei dem Song „Cautionary Tale“, einem Song, der die Schattenseiten des Showbusiness beschreibt, wird Elvis zum Leben erweckt. Besonders hervorzuheben ist das ergreifende „Not giving up“, ein kleines leises Lied mit hymnischem Charakter. Eine Perle, die zu finden sich lohnt.


"A beautiful lie" Tom Cunninham (Dunefish/EDEL)
ist ein Gast-Beitrag von Claudia Nentwich.
© Claudia Nentwich, Juni 2005
Website der Autorin: www.song-writing.de
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