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Schnoddriger Slang,
schräger Sound
Gast-Beitrag von Stephan Stöckel


Das Vereinigte Königreich ist weithin als Schatztruhe des Brit-Pop bekannt. Aber wie sieht es auf der Insel mit Hip-Hop, der Musik aus den schwarzen Ghettos der USA aus? Spätestens seit dem famosen Mike Skinner und seinem Projekt "The Streets" müsste auch dem letzten Ungläubigen ein Licht aufgegangen sein, dass diese musikalische Subkultur in England ebenfalls ihre Blüten treibt.

Nun schickt sich ein 20-jähriger Milchbubi an, es dem guten Mike gleichzutun. Sein Name: Jamie T.

Im Unterschied zu den "Streets" erweitert er den musikalischen Radius noch um 180 Grad. "It's cool man", fällt es einem spätestens beim dritten Song wie Schuppen von den Augen, wenn man Jamie T. beim Rappen zuhört. Mit schnoddrigem Cockney-Slang labert der Jungspund mit der Ader für alles Eigenwillige und Schräge auf seinem Debüt "Panic Prevention" wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Der 20-jährige aus dem Londoner Vorort Wimbledon, der ungewöhnlich für einen Rapper, auch schon mal die akustische Gitarre auspackt, nimmt in seinen Texten kein Blatt vor den Mund.

Er nimmt den Zuhörer mit in die alkoholgeschwängerte Welt britischer Vorstädte, in denen Schlägereien und Suff gepaart mit jugendlichem Übermut den Stoff für so manches Lied abgeben. Obendrein verwurstelt das englische Pendant zu Beck in seinem unorthodoxen Musikstil so ziemlich alles, was ihm in die Finger kommt von Punk über Reggae bis hin zu Ska, Hip Hop und Pop. Verbunden sind die Songs mit kleinen Dialogen, in denen Jamie mit einigen Freunden herumalbert. Dies verleiht der großartigen Scheibe den Charakter eines Mixtapes.

Da bewahrheitet sich doch mal wieder die altbekannte Weisheit: England ist immer für eine Überraschung gut!

Anspieltipps: "Sheila", "Brand New Bass Guitar", "Salvador".

"Panic prevention" Jamie T. (Labels/EMI)
ist ein Gast-Beitrag von Stephan Stöckel.
© Stephan Stöckel, März 2007


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