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Tangentenverschiebung
Gast-Beitrag von Stephan Stöckel


"Quiet Is The New Loud" - mit diesem Titel ihres ersten Albums drückten die "Kings Of Convenience" aus Norwegen gleich einer ganzen Schar von Bands, die sich der stillen und ruhigen Seite des musikalischen Universums zugewandt hatten, einen neuen stilistischen Stempel auf.

Ein neues Genre ward geboren und neben den "Kings" waren es vor allem die "Turin Brakes", die zu neuen Superstars aufstiegen. Rund eine Viertel Million Mal verkaufte sich ihr Debütalbum "The Optimist" weltweit.

Mit ihrem zweiten Album "Ether Songs" rückt sich das Duo erneut ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Die musikalischen Tangenten wurden jedoch deutlich verschoben. In die akustische Stille ist Lärm eingebrochen: Die E-Gitarren röhren, die Keyboards wummern, der Bass dröhnt - doch nicht um die ruhige Atmosphäre zu zerstören, sondern um sie auf faszinierende Art und Weise zu bereichern: Um Stimmungen unwirtlicher zu machen, die Dynamik zu erhöhen, coole Popsongs zu kreieren oder zu demonstrieren, dass die "Turin Brakes" aus England auch durchaus rocken können.

Die "Turin Brakes" klingen, als würden "Simon & Garfunkel" über die dunklen Seiten des Lebens philosphieren, über Panikattacken im Fahrstuhl oder depressive Momente. Man leidet mit, lässt sich verführen von dieser wunderschönen Traurigkeit in Tönen und Stimme, ohne gleich in Todessehnsucht zu verfallen.

"Wir sind sehr wichtig für die Metal-Szene", meinten einst die "Kings Of Convenience" und unkten weiter: "If quiet is the new loud, then the new quiet is ... loud".

Die "Turin Brakes" haben mit ihrem aktuellen Album den ersten Schritt dorthin vollzogen. Die Turin Brakes zählen zu den Topstars bei "Rock im Park" an Pfingsten in Nürnberg.


"Turin Brakes: Ether Song" ist ein Gastbeitrag
von Stephan Stöckel.
© Stephan Stöckel, April 2003


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