Biolay
und Keren Ann galten sehr schnell als unzertrennlich. Erste Vergleiche
mit Serge Gainsbourg und Jane Birkin wurden laut, zumal Biolay Gainsbourg
immer als sein eigentliches Vorbild nennt, doch in Wahrheit sind die
Ähnlichkeiten eher gering. Weder Biolay noch Keren Ann verfügen
über ein vergleichbares Skandal-Potenzial, und für wilde Eskapaden
wirken sie zu gut erzogen - und vermutlich fehlt ihnen auch die Zeit.
Denn
neben der Arbeit für Boulay und Salvador begannen Benjamin Biolay
und Keren Ann auch noch die Arbeit an "La biographie de Luka Philipsen",
Keren Anns erster CD, bevor dann im Folgejahr 2001 endlich Biolays Solo-Debüt
stattfand, das prompt mit dem französischen Schallplattenpreis
ausgezeichnet wurde.
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BENJAMIN BIOLAY
Rose Kennedy (2001)
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CD-Kritik |
Er
betitelte es "Rose Kennedy", nach der Matriarchin des Kennedy-Clans,
deren Geschichte er auf seinem Album nachzeichnet, nicht historisch-chronologisch,
sondern schlaglichtartig, wiederum mit großem Orchester und Cinemascope-Sound,
voller Dramatik und seiner längst charakteristischen, leise dahingehauchten
Stimme, die das Blut in den Adern gefrieren lassen kann.
Seit
"Rose Kennedy" ist er der Tausendsassa, der auf allen Hochzeiten
gleichzeitig tanzt. Das Attribut "Chanson" wehrt er ab, doch
oftmals mit augenzwinkernder Koketterie, wie sein bislang vielleicht
größter Coup beweist: Seine Kooperation mit keiner Geringeren
als Juliette Gréco, der Grande Dame des existenzialistischen
Chansons. Für ihr Album "Aimez-vous les uns ou bien disparaissez"
schrieb Biolay fünf Titel, und zwar wiederum im gleichen Jahr,
in dem auch sein zweites Album "Négatif", eine Doppel-CD,
erschien.
Parallel hatte er noch für den Schweizer Rock-Poeten Stephan
Eicher zwei Songs für dessen Album "Taxi Europa" produziert,
eine französische Fassung von "Dancing in the dark"
für Julien Clercs Cover-Album "Studio" überarbeitet
- und nicht zuletzt mit Valerie Lagrange, einer weiteren Chanson-Heroin
vergangener Tage, ein gefeiertes neues Album aufgenommen ("Fleuve
Congo").