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STEPHAN
EICHER Nach
einer gemeinsamen Sommer-Tournee durch Korsika ist die von der Insel stammende
Band "I Muvrini" mit dem Schweizer Rock- und Chanson-Star Stephan
Eicher zurzeit in Deutschland unterwegs. Hier ein Bericht vom Auftritt
im Hamburger Audimax am 27. Oktober 2001. |
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Stephan Eicher, Rock-Poet aus der Schweiz, der im September sein Best-of-Album "Hotel*s - Stephan Eicher's Favourites" veröffentlicht hat. Wie würden die Zuhörer ihn aufnehmen ? Würde das Muvrini-Publikum ihn akzeptieren, wie würden seine Lieder ankommen ? Die Zweifel überdauern nicht einmal das erste der insgesamt fünf Lieder des Eicherschen Intermezzo. Schon bei der Nennung seines Namens gibt es mehr als nur höflichen Applaus, und gemeinsam mit Keyboarder Achim Meier und seinem "Orchestre Invisible", dem Computer, hat Eicher binnen kürzester Zeit selbst den Teil des Publikums, der allein der "Muvrini" wegen gekommen ist, überzeugt. Und dem Jubel bereits zu Beginn nach müssen mehr ein nur eine Handvoll eingefleischte Eicher-Fans unter den Zuschauern gewesen sein. |
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Eicher
startet mit "Oh ironie" und "Ce peu d'amour", die sicherlich
zu seinen schönsten französischsprachigen Titeln gehören,
bis er zugibt, zum ersten Mal seit zwanzig Jahren in Hamburg aufzutreten.
Damals war er mit dem Neue Deutsche Welle-Hit "Eisbär" und
seiner Band "Grauzone" auf Erfolgskurs. Doch sein heutiges Publikum
weiß vermutlich gar nicht, dass dieses Lied von Eicher stammt. In
Hamburg spielt er statt "Eisbär" einen neueren deutschsprachigen
Titel aus eigener Feder: "Der Rand der Welt" vom Album "1000
vies".
Wer ihn bislang nur von seinen Alben kannte, deren Klangfülle und dichte Atmosphäre, ist überrascht von der nochmals stärkeren Bühnenpräsenz des Schweizers, die fesselnde Anziehungskraft und Poesie seiner Stimme. |
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Stephan Eicher, seinen Liedern nach ein zurückhaltender, eigensinniger und introvertierter Klangdichter, beweist in Hamburg Humor, als er zu "Hemmige", seinem im Berner Dialekt verfassten Stück, einen der Muvrini-Sänger für ein umwerfend komisches "Plastiktaschen-Solo" auf die Bühne holt, und so erlebt das begeisterte Publikum eine Einlage der besonderen Art: Rhythmisches Rascheln mit einem Plastikbeutel, und zwar einem deutschen, denn Eicher findet: "Deutsche Säcke klingen am besten". Dass ein Korse mit einer deutschen Plastiktüte ein schwytzerdütsch gesungenes Lied begleitet, ist für Eicher außerdem der endgültige Beweis, dass "Europa existiert". Er, der im französischen Sprachraum selbst ein Mega-Star ist, bescheidet sich in Deutschland mit der Rolle des "Special Guest". Besonders symphatisch macht ihn an diesem Abend, dass er keinerlei Anflug von Desinteresse oder bloßer Pflichterfüllung zeigt. Fast während des gesamten Muvrini-Konzerts steht er an der Bühnenseite, geht mit den Liedern der Korsen mit, klatscht wie das Publikum selber und beim gemeinsamen Finale scheint es ihm fast peinlich, den überbordenden Jubel im Audimax mit in Empfang nehmen zu sollen, doch das sensible Gespür des Publikums lässt klar erkennen: Ehre, wem Ehre gebührt. Und Stephan Eicher gehört an diesem Abend selbstverständlich dazu. |
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Zum Abschluss seines viel zu kurzen Auftritts kommen dann I Muvrini zurück auf die Bühne, um gemeinsam mit Eicher eine gelungene Version von "Dis-moi où" vorzutragen. Stephan Eicher wird überschwänglich und schweren Herzens verabschiedet. Hätte die Konzert-Regie nicht diesen nahtlosen Übergang gewählt, hätte es die eine oder andere Zugabe gedauert, bis die Muvrini den zweiten Teil ihres gleichermaßen fantastischen Auftritts hätten fortsetzen können. So braucht es zwar nicht lange, bis sich ihnen das euphorische Publikum wieder voll und ganz zuwendet, aber Stephan Eicher hat in der halben Stunde seines Auftritts den Wunsch nach "mehr" geweckt: Die Zeit für eine eigene Tour ist überfällig. Michael
Frost, 28. Oktober 2001 |
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