Es
gibt Gerüchte, dass, wenn man Eure Scheibe rückwärts
abspielt, man die Musik von Elvis Costello hören kann
Jon
(lacht): Wir haben unser Album, was die einzelnen Töne anbetrifft,
so sorgfältig zusammengestellt, dass es zu diesem ungewöhnlichen
Nebeneffekt kam.
Aber
woher stammt dann der Albumname?
Jon:
Frank Costello, ein Freund von uns, der einen Fisch- und Chips-Laden
sowie ein Eiscafé führt, inspirierte uns zu dem CD-Titel.
Ebenso wie unser Bandname verleiht er uns einen Hauch von Italien
und Mafia Glamour.
Bist
Du ein Fan italienischer Lebensart?
Jon:
Klar doch. Ich liebe das italienische Essen. Pasta gibt's bei mir
schon zum Frühstück (lächelt).
In
welcher Stimmung müsstest Du sein, um ein Album mit Liedern von
Elvis Costello einzuspielen, dass man wirklich als "Costello
Music" bezeichnen könnte?
Jon:
Wenn mir keine eigenen Weisen mehr einfallen würden, dann würde
ich mich vielleicht an Songs vom guten Herrn Costello heranmachen.
Ein
musikalischer Einfluss von vielen ist bei Euch der Glam-Rock. War
es da nicht logisch, die T. Rex Songs "Solid Gold Easy Action"
und "Hot Love" zu covern?
Jon:
Das ganze war wohl eher Zufall. Ein Freund von uns fragte, ob wir
nicht "Solid Gold Easy Action" für den Schluss seines
Filmes einspielen würden, was wir gerne taten. Der BBC wiederum
bat uns, ein Lied für eine Live-Session nachzuspielen. Er legte
uns eine Liste mit wirklich schrecklichen Liedern vor, aus denen wir
schließlich "Ooh la la" von der Electropopband "Goldfrapp"
auswählten. Da das Lied meiner Ansicht nach wie "Hot Love"
von T. Rex klingt, mischten wir die beiden Songs einfach miteinander.
So was nennt man ein zufälliges Aufeinandertreffen.
Was
bedeutet die Glam-Rock-Ära für Dich?
Jon:
In einer relativ kurzen Zeit in den 70er Jahren entstanden einige
wirklich gute Songs, zum Beispiel von David Bowie, "T. Rex"
oder Lou Reed. Andere Sachen, wie zum Beispiel die Songs von "Sweet"
sagen mir nicht so zu.
Eure
Konzerte sind wie große Partys für die Fans. Wie feierst
Du zu Hause?
Jon:
Gar nicht. Wenn ich nach Hause komme, schließe ich die Tür
ab, ziehe die Vorhänge zu und stelle das Telefon ab. Zuvor habe
ich mir eine große Schachtel voller Kräcker gekauft, die
ich dann beim Fernsehschauen vernasche.
Welche
lustigen Dinge können wir auf Eurem neuen Album erwarten?
Jon:
Ich weiß noch nicht einmal, ob sich auf unserem alten lustigen
Sachen befinden. Das nächste Album wird definitiv noch besser,
da es uns noch mehr repräsentieren wird. Stilistisch wird das
Werk wieder sehr vielfältig sein. Wenn uns ein Country-Song in
den Sinn kommt, dann machen wir eben einen solchen. So einfach ist
das.
Werden
wir Euch im Herbst wieder live auf Tournee sehen können?
Jon:
Leider nein. Zwei Jahre durch die Welt zu touren ist erstmal genug.
Im Herbst konzentrieren wir uns auf unser zweites Album. Deutschland
war übrigens ein gutes Pflaster für uns. Gestern zum Beispiel,
bei Rock am Ring, war die Stimmung phantastisch. Die Leute gingen
vom ersten bis zum letzten Ton mit. Aus dem Nichts waren da plötzlich
20000 Leute gekommen, wo es vorher noch 2000 gewesen waren. Das war
unglaublich.
©
Stephan Stöckel, Juni 2007