Der Schweizer Stefan Rusconi - Jahrgang 1979 - ist einer dieser Newcomer,
der konsequent seinen Weg geht. Zusammen mit Fabian Gisler (Bass) und
Claudio Strübi (Drums) entwickelt sein Rusconi-Trio auf der CD
Stop & Go einen lässigen, geradezu schlacksigen und erfrischend
jugendlichen Sound, der mit minimalistischen Strukturen, mit simple
melodies, mit extrem eleganten Rhythmuswechseln, mit Free-Jazz-Intermezzi
so unverkrampft hantiert, als hätte er nie etwas anderes gemacht.
Alle 11 Stücke sind selbst komponiert, sie verschweigen nicht ihre
Herkunft aus Rock- und Elektropopeinflüssen.
Rusconi Trio
STOP & GO
Unit/SunnyMoon
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Stefan
Rusconi scheint sein Instrument mit einem oder zwei Fingern zu bespielen,
so einlinig sind die Melodielinien, die durch langgehaltene elektroinspirierte
Riff-Strecken unterbrochen werden, durch gelegentliche, ganz freie Percussion-Soli,
und in "World", einem der Songs, die am stärksten berühren,
mit leicht verzerrten Flugfunkgeräuschen unterlegt werden. Der
Anschlag des Pianisten kann ebenso weich wie hart und aggressiv sein,
auf dem Cover-Foto zeigt sich der in Leder gekleidete Jazz-Youngster
als wilder RocknRoller, auch scheint seine Musik ein wenig bei Bad Plus
abgelauscht, aber diese drei Schweizer Jungs, allesamt studierte, Hochschulgeprüfte
Musiker, sind weitaus konsequenter darin, ihren eigenen Ton zu finden.
Und der besteht nicht im Nachspiel großer Pop-Nummern, sondern
in der Erfindung einer eigenen Welt, die sehr leise, sehr intim und
im nächsten Moment sehr kräftig, rau und vital sein kann.