Um
das unwirtliche, metallisch tönende Klangbild des Songs "Space
Monkey" zu erzeugen, hast Du Dir ein ganz besonderes "Schlagzeug"
gebastelt. Woraus besteht es?
Steve:
Aus einem Keyboardständer, einem Feuerlöscher, einer großen
leeren Plastikflasche, wie sie in Wasserspendern auftaucht, und einem
Fahrrad. Wir benutzten viele Dinge, die nach Metall klangen. Herausgekommen
ist ein ziemlich verrückter Sound. Es hat mir großen Spaß
bereitet, darauf herumzutrommeln.Zum
ersten Mal benutzten wir auf einem Album ein Fahrrad als Instrument
- wirklich abgefahren.
Steckt
hinter dem kryptischen Album-Titel "Meds" eine tiefere Bedeutung?
Steve:
Nicht wirklich. "Meds" ist im britischen und amerikanischen
Slang eine Kurzform für Medikamente. In dem gleichnamigen Lied
geht es um eine Person, die vergisst, ihre tägliche Dosis an Pillen
einzunehmen. Diesmal wollten wir einen kurzen, griffigen Titel für
unser Album haben und da fiel uns die Abkürzung Meds' ein.
Für
gewöhnlich findet man auf euren Alben immer Songs mit politischen
Inhalten. In den Stücken eures aktuellen Werks geht es mehr um
Gefühle und persönliche Dinge. Das überrascht umso mehr,
wenn man bedenkt, dass ihr zu der Zeit im Studio wart, als in London
die fürchterlichen Terroranschläge passierten.
Steve:
Stimmt. Der Entstehungsprozess war jedoch zu weit fortgeschritten, um
die Geschehnisse in einem Lied zu verarbeiten. Wir haben es diesmal
vermieden, politische Dinge anzusprechen. Auf unserem neuen Album geht
es mehr um Liebe, Verlust und Besessenheit, um Dinge, die jedem in seinem
täglichen Leben widerfahren können.
Weshalb
beschäftigt ihr Euch in Euren Texte sehr oft mit den dunklen Seiten
des Lebens?
Steve:
Ich denke, es hat damit zu tun, wie wir erzogen wurden, wie wir uns
fühlten, als wir jünger waren. Auf eine gewisse Art waren
wir damals Außenseiter. Die Musik ist für uns das Vehikel,
solche Gedanken auszudrücken. Man findet aber auch Humor in unseren
Texten.