"Ich bin ein
24-Stunden-Mensch"
"Tomte"-Sänger Thees Uhlmann plaudert aus dem Nähkästchen
von Stephan Stöckel


Ein gut gelaunter Thees Uhlmann plaudert vergnügt über das neue Tomte-Album. Von Mittagsmüdigkeit keine Spur. Mir kommt die Textzeile „Ich halte wach“ aus dem Lied „& ich wander“ in den Sinn. „Ich bin ein 24-Stunden-Mensch, der das Leben gerne schnell und heftig mag. Das ist der Motor für meine Kunst“, klärt mich der Sänger auf. Dieser hat das Quintett zu einem neuen Meisterwerk angetrieben, das eine Ode an die Lebenslust geworden ist und den Namen „Heureka!“ trägt.

Was hat Thees und seine Jungs zu einem freudigen „Heureka - Es ist vollbracht“ bewogen? Der Sänger von der Waterkant, der in Berlin eine zweite Heimat gefunden hat, erzählt von einem nicht ganz einfachen Jahr, in dem es immer wieder zu Umbesetzungen innerhalb der Band gekommen ist. Bassist Oliver Koch („Thees: „Mein bester Freund“) musste aus gesundheitlichen Gründen die deutschsprachigen Independent-Rocker mit Pop-Anstrich verlassen.

Trotz aller Probleme verlief der Produktionsprozess reibungslos. Thees: „Das Texte schreiben hat mir unendlich viel Spaß bereitet. Ich spürte, wer mit 34 noch so toll formulieren kann, der kann das auch mit 50.“ Als alle Songs im Kasten waren, habe man schließlich „Heureka!“ frohlockt und der Albumtitel ward geboren. Hinter dem Mischpult saß kein geringer als der Franke Tobias Kuhn, der heimischen Musikfans von der Band „Miles“ her ein Begriff sein dürfte.

Wie hat er die Kreativität von Thees und seinen Mannen beflügelt? In dem er bei den Aufnahmen so richtig Gas gegeben und uns immer wieder im richtigen Moment angespornt habe, wenn wir nicht weiter wussten. „Er kam als Produzent und ging als Freund“, sagt Thees über einen Menschen, der ihm ans Herz gewachsen ist. Soundtechnisch beschritten die Musiker diesmal andere Wege. Statt ein weiteres Album im „Breitwandsound von Coldplay“ (O-Ton Thees) zu kreieren, habe man ein Opus eingespielt, „das schroffer und mehr nach Rock’n’Roll klingt.“

Die Fans fanden es nicht schlecht, kauften jede Menge Alben und hievten „Tomte“ kurzerhand ein weiteres Mal in die Top-Ten der Deutschen Charts. Ich gratuliere und Thees antwortet mir: „Es ist toll in einer Liga angekommen zu sein, in der man mit seinen Lieblingsbands, wie ‚Oasis’ in den Hitparaden ist.“



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Seit kurzem ist der Neuberliner treu sorgender Familienvater, schrieb sogar einen ironischen Artikel für die TAZ über genervte junge Väter („Von Windeln verweht!“). Folgt demnächst ein Lied über das Wickeln von Babys? Der „Tomte“-Sänger wiegelt ab: „Das wäre eine ehrenvolle Aufgabe für mich. Aber momentan denke ich nicht daran.“

Zugleich räumt er ein, dass in den neuen Songs ein bisschen von der Freude und der Zufriedenheit mitschwinge, die er derzeit empfinde: „Es fühlt sich natürlich an, mit 34 und einer tollen Frau ein Kind zu haben.“ In den nächsten Wochen rückt der Familienvater etwas in den Hintergrund und die Bühnen der Republik in den Vordergrund. Am 19. November geben die Musiker ab 21 Uhr im E-Werk in Erlangen ihre musikalischen Visitenkarten ab. Was müsste passieren, damit Thees nach dem Konzert „Heureka!“ ruft? „Alle Leute müssten Kopf stehen, so wie beim letzten Konzert in Erlangen, wo mir ein Fan voller Begeisterung sogar sein T-Shirt schenkte.“ Und er verspricht: „Ich werde es anziehen, wenn wir wiederkommen.“

© Stephan Stöckel, November 2008



 

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