Mit Herz und Leidenschaft
Tropical Music präsentiert seit zwanzig Jahren
Weltmusik vom Feinsten


TROPICAL MUSIC
bei CD-KRITIK.DE
AMÉLIA MUGE
A Monte

HOUSSAINE
KILI
Moutain To Mohamed

JUN MIYAKE
Mondo Erotica

TEOFILO CHANTRE
Rodatempo

COCO MBASSI
Sepia

CICALA MVTA
Deko-Boko

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Musikindustrie ist lebendiger als ihr Ruf. Der allgemeinen Branchenkrise und dem Umsatzrückgang setzen gerade kleinere und ambitionierte Labels ein Plus an Qualität und Kreativität entgegen, spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche und besetzen Nischen, die von den "Riesen" nicht, bzw. nicht ausreichend abgedeckt werden. Hierzu gehört auch der gesamte Bereich der so genannten "Weltmusik", der in Deutschland - anders als etwa in Frankreich - bei den großen Labels überwiegend keine Rolle spielt.

So war es vor zwanzig Jahren die Sache einiger Enthusiasten im Umfeld des linken Pläne-Verlags, mit "Tropical Music" eine Plattenfirma aus der Taufe zu heben, die sich gezielt vornahm, Musikerinnen und Musiker etwa aus Lateinamerika in Deutschland vorzustellen. Diese hatten bis dahin fast nur als Ideengeber für die etablierte Branche gedient: "In der Regel", schreibt Tropical Music-Gründer Claus Schreiner, "griffen amerikanische oder europäische Arrangeure und Musiker die interessanten neuen Klänge und Rhythmen auf, um sie in geschmacklich geglätteter Form zu veröffentlichen."

Im Gegensatz zu dieser kolonialistischen Herangehensweise verfolgten die Macher von Tropical Music das Ziel authentischer Darstellung und verbanden mit der Förderung von Musikern aus Lateinamerika immer auch eine emanzipatorische, also politische Komponente. Dieser Ansprach war entstanden, als 1973 im Zusammenhang mit dem Militärputsch gegen Präsident Allende in Chile viele Künstler und Intellektuelle nach Europa, u.a. in die DDR flohen. Ihre Arbeit setzten sie im Exil fort und präsentierten die Musik vielfach als Statement gegen die mit Hilfe der CIA installierten Diktatur in ihrer Heimat.

Die erste Künstlerin, die bei Tropical Music ein Album veröffentlichte, kommt ursprünglich nicht aus Chile, sondern aus Argentinien. Mittlerweile jedoch ist sie die Stimme ganz Lateinamerikas: Mercedes Sosa. Weitere Südamerikaner folgten, darunter die Tango-Ikone Astor Piazzolla sowie einige der legendärsten Künstler der brasilianischen Bossanova- und Tropicalismo-Szene: Baden Powell, Milton Nascimento und Joao Gilberto.

Inzwischen ist das Repertoire von Tropical Music weit über Lateinamerika hinausgewachsen. Das Label präsentierte jüngst beispielsweise eine Album-Trilogie des japanischen Jazz-Trompeters Jun Miyake, den furiosen Sound von Cicala Mvta, "dem schrägsten Blasorchesters Japans", zwei Alben der spanischen "Cantaora" des neuen Flamenco Mayte Martín und das Deutschland-Debüt der portugiesischen "Zauberin der Stimmen" Amélia Muge.

Die größte "Entdeckung" des Labels jedoch dürfte jedoch Cesaria Evora sein. "Habt ihr denn diese Sängerin von den Kapverden schon gehört, die jetzt in Berlin aufgetreten ist ?", sei er eines Tages gefragt worden, schreibt Claus Schreiner, und: "Wir haben das sofort nachgeholt und waren infiziert von dieser Stimme und, nachdem wir mit ihr zum ersten Mal Lammkotelett mit Fritten und Bohnen gegessen, sie auf der Bühne singen und dann gemütlich am Tischchen sitzend eine Zigarette schmauchend erlebt hatten, ihr hoffnungslos verfallen."

Mit Teofilo Chantre hat Tropical Music inzwischen einen zweiten Musiker von den Kapverden unter Vertrag. Wie viele afrikanische Musiker startete er, aber auch Cesaria Evora, seine Karriere in Paris. Dort leben auch die aus Kamerun stammenden Sängerinnen Sally Nyolo und Coco Mbassi: Auch sie wurden in Deutschland durch Tropical Music bekannt.

Auch kommerzielle Fehlschläge werden ohne Umschweife eingeräumt: Sie gehören zum Risiko, das der Mutige nun einmal eingeht. Die künstlerischen Fehlschläge dagegen überlassen sie anderen und können somit zufrieden auf die ersten zwanzig Jahre ihrer Firma zurückblicken. Und standesgemäß feiert Tropical Music sich selbst mit einem Album: "Hearts & Passion - The Inner Side of Worldmusic" versammelt einige der interessantesten Label-Acts. Dazu gehören neben den bereits Genannten auch der in Deutschland lebenden Marrokaner Houssaine Kili oder die griechischen Künstler George Dalaras, Maria Farantouri, Dionyssis Savoupoulos sowie der legendäre Mikis Theodorakis ("Zorba"), der bei Tropical Music seine Koproduktion mit dem türkischen LiedermacherZülfü Livaneli veröffentlichte (weitere Künstler s. Kasten).

Zu allen Titeln gibt es einen kurzen inhaltlichen Abriss, daneben einen Beitrag von Gründer Claus Schreiner über die Geschichte von Tropical Music. "Hearts and Passion" bietet für sowohl für Weltmusik-Einsteiger als auch Fortgeschrittene einen inspirierenden Einblick in die Welt der Musik, und die sagt bekanntlich manchmal mehr als tausend Worte ...

Michael Frost, April 2003

CESARIA EVORA
Künster Porträts Porträt

JUN MIYAKE
Innocent Bossa In the Mirror

MAYTE MARTÍN
Querencia

MERCEDES SOSA
Künster Porträts Porträt

 

SAMPLER

Zum 20. Jubiläum gibt es jetzt den den Sampler "Hearts & Passions - The Inner Side of World Music" mit einer Auswahl der interessantesten Tropical Music-Produktionen:

01. Coco Mbassi
02. Leon Gieco
03. Suzy
04. Jun Miyake
05. Mayte Martín
06. Houssaine Kili
07. Maria Farantouri & Dionyssis Savoupoulos
08. Baden Powell
09. Cesaria Evora
10. George Dalaras
11. Amélia Muge
12. Astor Piazzolla
13. Pablo Milanes
14. Cartola
15. Mercedes Sosa & Konstantin Wecker
16. David Mingyue Liang
17. Chavel Vargas
18. Taburiente
19. "Happy Birthday Mikis" (V.A.)

Weitere Informationen:

Link www.tropical-music.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 





 


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