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JEANETTE LINDSTRÖM

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JEANETTE LINDSTRÖM
CD-Kritik
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JEANETTE LINDSTRÖM
Tourdaten
18.05. Berlin, A-Trane
19.05. Hamburg, Birdland
20.05. Kassel,Schlachthof
21.05. Stuttgart, Bix
22.05. Minden, Jazzclub |
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"Der gute alte Analogsound"
In zwanzig Jahren werde es Musikformate geben, von denen wir heute noch keine Ahnung haben, sagt die schwedische Jazz-Interpretin Jeanette Lindström. Wenigstens bis dahin bleibe sie beim analogen Klang eines ganzen Albums, anstatt sich mit der häufig dürftigen Qualität von Soundfiles zufrieden zu geben.
Überhaupt ist Jeanette Lindström, wie ihre Antworten erkennen lassen, keine Freundin von Kompromissen. Musik muss für sie echt sein, Hand gemacht und den individuellen Charakter des Interpreten widerspiegeln - dafür stehen ihre Vorbilder von Joni Mitchell bis Miles Davis, aber auch das schräge Comedy-Folk-Duo "Flight of the Conchords". Doch für sie geht nichts über das Live-Erlebnis, und da trifft es sich gut, dass Jeanette Lindström bereits in der kommenden Woche einige Konzerte in Deutschland gibt!
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1 |
Kommen Sie aus einem Elternhaus mit Klavier? |
Wir hatten weder das Geld noch den Platz, um uns ein Klavier leisten zu können, als ich klein war. Aber meine Großeltern hatten eins, und jedes Mal, wenn wir sie besuchten, saß ich stundenlang spielend davor, wie eine Entdeckerin. Später, als ich ungefähr 12 war, zogen wir um, und meine Großeltern schenkten mir ihr Klavier. Ich war so glücklich darüber!
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2 |
Welche Erinnerung haben Sie an den Musikunterricht in der Schule? |
Oh, viele Erinnerungen ...! Ich hatte sehr nette und zugewandte Leher, und das bedeutet sehr viel. Ein Klavierlehrer, den ich mehrere Jahre hatte, als ich wohl 14 war, bedeutete mir sehr viel. Er vermittelte mir so viel Spaß an der Musik. Er war sehr enthusiastisch und spielte selbst wahnsinnig gern, hatte kein Lampenfieber oder so, also spielten wir einfach und hatten Spaß dabei. Ich spielte sowohl Klassik als auch Jazz mit ihm, und ich erinnere mich noch, dass er mir einmal ein Stück von Bach vorstellte. Er spielte es nur einmal vor, damit ich es zuerst hörte, dabei lachte er und war richtiggehend begeistert. Als er fertig war, sah er mich an und rief: "Er ist ein Genie! Ich muss das nochmal spielen!" - Ich merke gerade, wie sehr mich dieser Moment noch immer bewegt, dieses Gefühl, und wie wichtig es für mich ist.
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3 |
Was singen Sie unter der Dusche? |
Ich singe nicht sehr oft in der Dusche, aber tatsächlich habe ich erst vor kurzem "Prince of Parties" von Flight of the Concords gesungen. |
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4 |
Welches war die erste Platte/CD, die Sie gekauft haben? |
Die erste Vinylplatte, die ich kaufte, ist in meiner Erinnerung "Kind of Blue" von Miles Davis. |
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5 |
Und welches ist die peinlichste Platte, die Sie je gekauft haben? |
Oh ... das weiß ich nicht ...?
Die muss ich verdrängt haben ;) |
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6 |
Sie sind mit Freunden in einer Karaoke-Bar gelandet. Welches Lied singen Sie? |
Es ist eher unwahrscheinlich, mich in einer Karaokebar anzutreffen, das ist nicht so mein Ding ... Aber vielleicht haben sie etwas von Flight of the Concords? |
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7 |
Welche Musik legen Sie an einem romantischen Abend zu zweit auf? |
Also ... das könnten zum Beispiel Coltranes "Ballads" sein |
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8 |
Welcher Song bringt Sie auf jeden Fall auf die Tanzfläche? |
"What cha' gonna do for me" mit Chaka Khan & Rufus. |
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9 |
Waren Sie je in der Oper? |
Ja, aber nur ein- oder zweimal.
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10 |
An welchem Ort würden Sie selbst gern einmal auftreten? |
Oh, an vielen Orten ... Aber warum nicht mal eine Tour durch die verschiedenen Space Centers der Welt? |
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11 |
Welchen Musiker würden Sie gern einmal treffen? |
Joni Mitchell.
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12 |
Auf welche Art wird man in 20 Jahren Ihre Musik kaufen bzw. hören? |
Schwer zu sagen, aber so wie es jetzt aussieht, geht die Entwicklung durch das Downloaden eher dahin, einzelne Songs zu kaufen als eine komplette CD. Ich selbst bevorzuge ein ganzes Album, sowohl eines zu produzieren, als auch eines zu hören - und es anzusehen. Aber natürlich ist es ok, erstmal reinzuhören, dann ist es gut, wenn man sich erstmal nur einen Song kauft oder sich Samples im Internet anhört.
Wir können die Entwicklung nicht anhalten, aber wir müssen Lösungen finden, die sowohl für Musiker/Komponisten als auch für die Hörer gut sind.
Vielleicht wird die CD verschwinden, wer weiß? Ich weiß, dass einige Leute immer noch auf Vinyl stehen ... Vielleicht wird es eine Gegenbewegung gegen das Digitale, das Downloaden und all das geben, und die Leute werden sich nach dem analogen Sound eines Albums in seiner Ganzheitlichkeit sehnen. Schwer vorherzusehen!
20 Jahre sind eine kurze Zeit für diese Perspektiven, aber wenn man an den technischen Fortschritt, Computer etc. denkt, dann wiederum ist es ein langer Zeitraum - man denke nur, was in den vergangenen 20 Jahren alles passiert ist! Vielleicht (und hoffentlich!) wird die Soundqualität noch verbessert, im Vergleich zu den Soundfiles von heute. In jedem Fall scheint es mir sehr wahrscheinlich, dass wir in 20 Jahren Tools und Formate haben werden, von denen wir heute noch gar keine Ahnung haben.
So wie es jetzt ist, bevorzuge ich weiter das ganze Album und den guten alten analogen Sound ... Keine Ahnung, was mit CDs und dem Aufnahmematerial geschehen wird, aber ich denke und hoffe, dass die Menschen weiterhin Livemusik hören werden - um dessen besondere und schöne Atmosphäre zu spüren.
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